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    Dankrede nach den Ordensverleihungen
am 5. Oktober 2009 im Schloss Bellevue
     
  Mit Bundespräsident Köhler

"Goethe in Afrika" hat einen
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Sehr geehrter Herr Bundespräsident,
sehr geehrte Frau Köhler,
Exzellenzen,
sehr geehrter Herr Staatsminister,
meine Damen und Herren.

In meiner Schulzeit wurden zum Erbringen besonderer leichtathletischer Leistungen an den Schulen alljährlich "Bundesjugendspiele" veranstaltet. Eine "Siegerurkunde" erhielt, wer mindestens 40 Punkte erreicht hatte. Auf 39 Punkte habe ich es hin und wieder gebracht, aber nicht ein einziges Mal auf mehr. So hatte ich zu meinem bis heute anhaltenden Schmerz stets das Nachsehen, wenn am Ende der Schulleiter die Siegerurkunden verteilte. Als Sie, Herr Bundespräsident, mir eben mit dem Verdienstkreuz auch eine Urkunde überreichten, da war mir zumute, als hätte ich es ganz unverhofft doch noch geschafft, einen Meter 50 zu überspringen, den Schleuderball - so hieß das Ding - 60 Meter weit zu schleudern, die einhundert Meter in 13,9 Sekunden zu laufen und mit 41 Punkten die traumatische Grenze zur Preiswürdigkeit zu überschreiten.

Wir, die wir uns heute im Schloss Bellevue eingefunden haben, bekunden damit unsere Freude darüber, dass unsere Initiativen und Projekte als ebenso eigensinnig wie schätzenswert wahrgenommen werden. Das rückt uns in den Mittelpunkt dieser festlichen Veranstaltung, es macht uns deutlich sichtbar. Aber ich stelle mir vor, wie uns hier, unsichtbar, viele viele Menschen umgeben, die sich mit uns ausgezeichnet fühlen dürfen.


Nachdem die Überraschung über die Einladung zu den Ordensverleihungen in der Hauptstadt ein wenig abgeklungen war, haben außer mir bestimmt auch andere sich zu fragen begonnen, mit wem sie am 5. Oktober diese Auszeichnung teilen würden. Die dann vorab mitgeteilte Zusammenstellung der Namen und der mit diesen Namen verbundenen Verdienste ist wohl überall aufmerksam gelesen worden. Es ist vielleicht im Sinne aller, wenn ich bekunde, dass ich von der Vielfalt und Beharrlichkeit der dort gewürdigten Bemühungen sehr beeindruckt war. In unserm Berufsalltag bewegen wir uns ja zumeist in getrennten Welten. So hat zur Vorfreude auf den heutigen Tag nicht wenig beigetragen, bei dieser Gelegenheit einen Blick über Grenzen werfen zu können, die uns für gewöhnlich voneinander fernhalten.


Seit vielen Jahren Fan der Übertragungen der "Last Night of the Proms" aus London, ergreife ich gern die Gelegenheit, Rolf Seelmann-Eggebert dafür zu danken, dass er uns royalty-erprobt sicher über den Verleihungs-Parcours geleitet hat.

Mir ist die Ehre zuteil geworden, im Namen aller Ordensträgerinnen und Ordensträger diese kleine Dankrede zu halten. So darf ich Ihnen, sehr geehrter Herr Bundespräsident, im Namen aller ganz herzlich dafür danken, dass wir hier und heute von Ihnen diese hohe Auszeichnung erfahren durften. Damit, dass Sie unsere Ehrung persönlich vornehmen mochten, haben Sie uns auch noch das Vergnügen bereitet, unser Kreuz im Beisein Ihrer lieben Gattin auf uns zu nehmen. Ihnen beiden sei herzlich gedankt!

Berlin, 5. Oktober 2009
Leo Kreutzer
     
     
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